Qualitätsrahmen-Qualitätsrahmen
Qualität zeitgemäßer Tanzvermittlung
Qualität in der Tanzvermittlung entsteht aus dem Zusammenspiel aller Beteiligten, Vermittelnden, Teilnehmenden und Kooperationspartner*innen im Kontext struktureller Rahmenbedingungen und aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen. Deshalb sprechen wir von zeitgemäßer Tanzvermittlung. Je besser diese Faktoren aufeinander abgestimmt sind, desto eher kann ein Angebot gelingen. Ein solches relationales Qualitätsverständnis ist die Basis für den vorliegenden, aktualisierten Qualitätsrahmen. Er umfasst konkrete Fragen, die zur Selbstreflexion, zu einem Austausch mit Kolleg*innen wie auch Teilnehmenden einladen.
Zeitgemäße Tanzvermittlung heißt Partizipation und Prozessorientierung
Aktion Tanz versteht zeitgemäße Tanzvermittlung als Gestaltung von Erfahrungs- und Möglichkeitsräumen, in denen die Teilnehmenden eigene Vorerfahrungen, Ideen und Perspektiven einbringen und in eine künstlerische Form transformieren können. Zielsetzungen, Arbeitsweisen sowie der Einsatz von Medien und Materialien orientieren sich an diesen Prinzipien.
Zeitgemäße Tanzvermittlung macht gesellschaftliche Themen, Austausch und Sensibilisierung für Vielfalt praktisch erlebbar
Derzeitige gesellschaftliche und politische Entwicklungen stellen Werte wie Demokratie, Respekt, Vielfalt sowie Meinungs- und Kunstfreiheit in Frage. Zeitgemäße Tanzvermittlung greift lebensweltliche Erfahrungen der Teilnehmenden auf und bietet verschiedene Reflexionsformen an, die die Auseinandersetzung mit sich und der Mit-Welt anstoßen und erweitern. Aktion Tanz ist überzeugt, dass Tanz damit einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung von Selbstbestimmung und sozialer Verantwortung leisten kann.
Kinder- und Jugendschutz durch Qualität in der Tanzvermittlung
Kinder und Jugendliche haben das Recht, sich frei von Diskriminierung, (sexualisierter) Gewalt, sexuellen Übergriffen und Machtmissbrauch in jeglicher Form entfalten und wechselseitig Respekt und Wertschätzung erfahren zu können. Um dies zu gewährleisten, braucht es eine reflektierte Haltung zu bestehenden Machtasymmetrien, die Entwicklung konkreter Schutzkonzepte, Verhaltensregeln, Wissen über Formen von (sexualisierter) Gewalt sowie Kenntnis partizipativer Methoden zur Stärkung junger Menschen. Der Qualitätsrahmen bietet mit seinen reflektierenden Fragen und der Betonung partizipativer Methoden einen wichtigen Beitrag zum Schutz und zur Persönlichkeitsstärkung junger Menschen. Mehr Informationen zu Kinder- und Jugendschutz findet man hier.
Der aktualisierte Qualitätsrahmen
Diese Grafik bildet Bestandteile zeitgemäßer Tanzvermittlung ab und umfasst zentrale Fragen: Wer (Tanzvermittler*in und Kooperationspartner*innen) vermittelt an wen (Teilnehmende), was (Tanz), warum (Ziel), wie (Arbeitsweisen), mit welchen Medien und Materialien und in welcher Form (Formaten)? Dabei befinden sich diese Variablen in einer systemischen Wechselbeziehung und bedingen sich gegenseitig.
Wie kann ich die Fragen nutzen?
Es gibt viele Möglichkeiten, mit den Fragen umzugehen. Hier eine Auswahl:
- Ich nehme mir jede Woche eine oder zwei Fragen vor und erkunde/bearbeite sie in meiner eigenen Praxis – im Unterricht, im Probenprozess oder in der Nachbereitung.
- Ich nehme mir einzelne Fragen oder Themenblöcke vor und reflektiere sie für mich schriftlich oder gedanklich.
- Ich wähle einzelne Fragen aus und bespreche sie mit einer Kollegin / einem Kollegen, um unsere jeweiligen Perspektiven, Erfahrungen und blinde Flecken zu erkennen und sichtbar zu machen.
- Ich nutze ausgewählte, für mich relevante oder auch dringende Fragen als Ausgangspunkt für Teamgespräche, kollegiale Beratung oder gemeinsame Auswertung eines Projekts.
Wo fange ich an?
Die Reihenfolge ist im Prinzip beliebig und kann je nach Interesse erfolgen. Wir empfehlen mit der Frage nach dem was, dem eigenen Tanzverständnis zu beginnen.
Wo kann ich mich weiter informieren?
siehe Glossar und weiterführende Publikationen
Gefördert durch:
„Qualität in der Tanzvermittlung – Was Tanz bewegen kann“ wurde von 2023-2026 gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

